Ausländer in Japan: Warum Japaner Ausländern alles verzeihen

Ausländer in Japan

Als Ausländer in Japan hat man es nicht immer leicht. Nicht nur die Sprachblockade kann ein Problem sein, sondern auch um die Behandlung von Ausländern in Japan ranken sich viele Gerüchte. Tatsächlich kann man aus dem “Fremdsein” auch viele Vorteile ziehen.

Wenn du Japanisch lernst, hast du dir sicher schon oft ausgemalt, wie es sein wird, endlich mal wirklich mit einem Japaner zu reden. Der Gedanke daran, ohne Übersetzungs-App und Wörterbuch eine richtige Unterhaltung auf Japanisch zu führen, kann richtig motivierend sein.

Auf der anderen Seite plagen dich aber vielleicht auch Ängste, dass du deinen Gesprächspartner nicht richtig verstehst und die anstehende Japanreise sich womöglich zu einem richtigen Albtraum entwickeln kann.

Auch mit wenigen bis gar keinen Japanischkenntnissen brauchst du als Ausländer in Japan jedoch gar keine Angst haben, dass du in Schwierigkeiten geraten könntest. Warum dir als Ausländer in Japan sowieso alles verziehen wird, erfährst du in diesem Artikel.

Ausländer in Japan sind eine Rarität

Nur rund 3 Prozent der 126 Millionen Einwohner Japans sind Ausländer. Der Großteil dieses Ausländeranteils beläuft sich auf die direkten Nachbarn aus China und Korea oder Menschen anderer asiatischer Länder wie die Philippinen, Thailand und Vietnam.

Ausländer aus Europa und Amerika sind daher eine richtige Rarität. Japaner haben keine Erfahrung mit dem Umgang mit uns Europäern und wissen überhaupt nicht, wie sie auf uns reagieren sollen. Während die Menschen in Großstädten wie Tokio oder Osaka einigermaßen an Ausländer gewöhnt sind, ist dieser Effekt in abgelegeneren Gegenden wie Gifu noch stärker zu beobachten: Fährt man als Deutscher mit einem Linienbus durch die kleinen Bergdörfer, wird man von den Mitreisenden angestarrt wie ein Elefant im Zoo.

Ausländer in Japan

Japaner rechnen nicht damit, dass wir Sprache und Kultur verstehen

Darüber hinaus gehen Japaner stets davon aus, dass wir als Ausländer in Japan eigentlich gar keine Ahnung von der Sprache und der Kultur haben. Und da Japan grundsätzlich ein freundliches Volk ist, verzeihen sie eben auch jeden Fehler – da wir Ausländer es eben nicht besser wussten.

Ein Beispiel:
Betritt man in Japan ein Izakaya, ist es oft Gang und gebe, seine Straßenschuhe auszuziehen, bevor man den empfindlichen Holzboten des Lokals betritt. Die Kneipe mit seinen Schuhen zu betreten ist ein absolutes No-Go und wird mit dem Zorn der Angestellten bestraft – außer man ist ein Ausländer.

Passiert dieses Missgeschick dir als Deutschen, kannst du davon ausgehen, ganz freundlich auf deinen Fehler hingewiesen zu werden. Vermutlich würdest du sogar zurück zum Eingangsbereich begleitet werden, damit die Angestellten dir noch mal ganz ausführlich mit Händen und Füßen erklären können, wie du deine Schuhe richtig ausziehst. Super nett, oder?

Japaner haben Angst, Englisch sprechen zu müssen

Der Hauptgrund für die Freundlichkeit der Japaner liegt aber in ihrer Angst, Englisch sprechen zu müssen. Hältst du dich für längere Zeit als Ausländer in Japan auf, sprichst du vielleicht sogar schon ziemlich flüssig Japanisch. Das weiß auf den ersten Blick aber natürlich niemand.

Selbst wenn du einen Japaner mit perfektem Japanisch anredest, wird er sich vermutlich so erschrecken und vor Angst erstarren, dass er dich gar nicht richtig hört und dir aus Gewohnheit in einem ziemlich gebrochenen Englisch antwortet.

Dass du eigentlich viel besser Japanisch als Englisch sprichst, spielt dabei gar keine Rolle. Als Ausländer in Japan erwartet man von dir grundsätzlich immer, dass du perfektes Englisch sprichst. Nur Englisch. Ganz egal, wo du her kommst.

Blöd dabei ist nur, dass Japaner in der Regel fast gar kein Englisch sprechen und daher versuchen werden, das Gespräch mit dir zu meiden. Dreht sich ein Japaner also offensichtlich von dir weg, darfst du das Ganze nicht persönlich nehmen: Er hat keine Abneigung gegen dich, sondern nur Angst, Englisch sprechen zu müssen.

Das Resultat: Du kannst dir viele Fehler erlauben

Wenn du nun aber sogar recht gut Japanisch sprechen kannst, hast du sozusagen eine Freikarte für Fehler. Japaner werden erleichtert sein und sich sogar richtig freuen, wenn sie merken, dass sie mit dir auf Japanisch reden können. Als deutscher Ausländer in Japan bist du eine richtige Seltenheit – und eigentlich würde jeder gerne mal mit dir reden!

Hab also keine Angst davor, einen Geschäftsmann, den du in der Bahn kennenlernst, mal aus Versehen nicht in der Höflichkeitssprache anzureden. Dein Gesprächspartner wird superglücklich sein, überhaupt mit dir sprechen zu können – und verzeiht dir daher auch jeden Fehler, den du in der japanischen Sprache machst. Letzten Endes weiß er auch, wie schwierig es für dich gewesen sein muss, Japanisch zu lernen – und das respektiert er!

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