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Japanreise: Den Fuji besteigen

Fuji

Den Fuji im Sommer zu besteigen ist sowohl für Japaner als auch für ausländische Touristen eine beliebte Tätigkeit. Aufgrund der Höhe von 3776 m ist die Temperatur auf der Bergspitze extrem niedrig, wodurch der Berg nur im Sommer bestiegen werden kann.

Einmal den Fuji besteigen und sich auf der Spitze des Berges wie ein König fühlen – wer träumt nicht davon? Der Fuji ist tatsächlich nicht nur von Weitem ein sehr schönes Fotomotiv. Auch von der Bergspitze aus bietet das bekannteste Wahrzeichen Japans bei gutem Wetter eine wunderschöne Kulisse und ist die Reise auf jeden Fall wert.

Was du dabei jedoch beachten solltest: Der Weg nach oben ist hart und sollte nicht unterschätzt werden. Was du bei der Bergwanderung deines Lebens beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Der Fuji: Das Wahrzeichen Japans

Streng genommen ist der Fuji kein einfacher Berg, sondern ein Vulkan. Vor rund 300 Jahren spuckte er das letzte Mal Asche und Lava; aktuell rechnet jedoch niemand mit einem Ausbruch, sodass du ihn in Ruhe besuchen kannst, ohne dir Sorgen um dein Leben machen zu müssen.

Der Fuji (jap. 富士), der seit 2013 auch Teil des Weltkulturerbes ist, wird von Japanern üblicherweise als Fujisan bezeichnet. Ausländer denken dabei normalerweise sofort an die Anrede -san, die unserem Herr bzw. Frau entspricht und aus Höflichkeit und Respekt an Namen gehängt wird. Was viele aber nicht wissen: Eigentlich gibt es da überhaupt keinen Zusammenhang.

Das san in fujisan (jap. 富士山) ist eine Lesung des Kanji 山, welches Berg bedeutet. Der Begriff fujisan bedeutet daher einfach nur “Berg Fuji”, und nicht “Herr Fuji” oder dergleichen.

Du interessierst dich für Kanji und die japanische Sprache? Besuche doch mal unseren Online-Japanischkurs und lerne die japanische Sprache von Grund auf! Und wenn er dir nicht gefällt, kannst du dich in den ersten zwei Wochen wieder kostenlos abmelden.

Den Berg besteigen

Wenn du gerne wanderst, kannst du den 3776 m hohen Berg auch selbst besteigen. Mit einer Höhe von etwas weniger als 4 km ist der Weg zwar steinig und schwer, aber er ist schaffbar. Gewöhnlicherweise fährt man dabei von Tokio aus mit dem Bus auf eine Höhe von circa. 1,7 km und beginnt seine Wanderung von dort aus – und muss somit bis zur Bergspitze nur noch 2 km zurücklegen.

Fuji

Natürlich sollten aber auch diese beiden Kilometer nicht unterschätzt werden, denn je nach Route ist der Weg steil und anstrengend. 6 – 8 Stunden solltest du bis zur Bergspitze einplanen – und bedenke dabei auch, dass die Luft dort oben immer dünner wird. Wenn du also kein geübter Wanderer bist, solltest du dich vorher gut auf deine Wanderung vorbereiten.

Auch im Sommer solltest du auf jeden Fall eine Winterjacke oder zumindest eine warme Übergangsjacke im Gepäck haben, denn die Temperaturen werden kalt, je höher du den Fuji besteigst. Proviant kannst du unterwegs zu recht teuren Preisen in kleinen Bergläden kaufen, allerdings wären ein paar Onigiri oder Sandwiches auf jeden Fall hilfreich.

Übernachten auf dem höchsten Berg Japans

Darüber hinaus kannst du unterwegs in einer Art Hotel übernachten, wenn dir die komplette Wanderung an einem Tag zu anstrengend ist. Du schläfst dabei in einer kleinen Holzhütte zusammen mit anderen Wanderern in einem Schlafsack und bekommst eine warme Mahlzeit. Die Übernachtung ähnelt eher Camping, trotzdem werden stolze Preise von 70 € und mehr dafür erhoben.

Auch als Gast der Unterkunft musst du für die Nutzung der Toiletten eine Gebühr von 200 Yen pro Toilettengang bezahlen – Duschen gibt es nicht. Viel Luxus bietet der Fuji daher zwar nicht; wenn du es aber bis nach ganz oben schaffst, erwartet dich dafür ein Ausblick, den du nie wieder vergessen wirst – und das ist die Reise auf jeden Fall wert!

Wenn du auch gerne mal das Wahrzeichen Japans besteigen möchtest, wäre ein eigener Japanaufenthalt mit Sprachkurs vielleicht genau das Richtige für dich!

Japanisch lernen: Transkriptionssysteme

Transkriptionssysteme

Beim Japanischlernen hast du dich sicherlich schon gefragt, wie man die japanische Sprache am besten in die lateinische Schrift transkribiert. Tatsächlich gibt es mehrere Systeme – sogenannte Transkriptionssysteme – nach denen man Japanisch für uns Europäer lesbar machen kann.

Rômaji (ローマ字) nennen es die Japaner, wenn sie die japanische Sprache in unseren lateinischen Buchstaben wiedergeben. Auch beim eben genannten Begriff selbst, rômaji, handelt es sich um eine Transkription – also um eine Umschrift in lateinischen Buchstaben.

Um die japanische Schrift in lateinischen Buchstaben zu umschreiben, gibt es mehrere Transkriptionssysteme, die man für die Umschreibung verwenden kann. Die beiden bekanntesten und anerkanntesten dieser Systeme werden wir dir heute in diesem Artikel vorstellen.

Transkriptionssysteme: Hepburn und Kunrei

Um zu verstehen, wie man die japanische Schrift in lateinische Buchstaben transkribiert, musst du zunächst verstehen, wie so eine Transkription überhaupt funktioniert.

Bei einer Umschrift wird die japanische Morenschrift, Hiragana bzw. Katakana, in lateinische Buchstaben umgewandelt. Das sogenannte Hepburn-System, das durch den amerikanischen Missionar James Curtis Hepburn verbreitet wurde, lehnt sich dabei relativ stark an die tatsächliche Aussprache der japanischen Sprache an.

Das andere Transkriptionssystem, das sogenannte Kunrei-System (deutsch: Verordnungssystem) dagegen wurde zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges von der japanischen Regierung angeordnet. Es folgt der Systematik der Kana-Tafel und stellt die Laute nicht so dar, wie sie tatsächlich ausgesprochen werden.

Weiter verbreitet und für uns Europäer einfacher zu lesen ist daher das Hepburn-System. Dieses kennst du vermutlich auch schon aus japanischen Filmen oder Anime, da es vor allem auch in der Popkultur oft zum Einsatz kommt.

Die Unterschiede beider Systeme

Auch in unserem Japanisch-Grundkurs sowie in unseren Artikeln verwenden wir die Hepburn-Umschrift. Vor allem für Neulinge der japanischen Sprache ist dieses Transkriptionssystem viel einfacher zu verstehen, da die tatsächliche Aussprache mit dem Kanrei-System für einen Anfänger nicht zu erschließen ist.

Schauen wir uns die beiden Systeme anhand der Hiragana-Tabelle an.

Transkriptionssystem

Die Hiragana a, i, u, e und o sind relativ leicht zu transkribieren und in der Hepburn- sowie in der Kunrei-Umschrift identisch.

Alle weiteren Hiragana (bis auf ん, n) bauen auf den fünf Vokalen auf. Die k-Reihe verläuft regelmäßig und wird in beiden Transkriptionssystemen gleich mit ka, ki, ku, ke und ko umschrieben.

Die t-Reihe dagegen weist jedoch einige Unregelmäßigkeiten auf. In den meisten Lehrbüchern finden wir die Hepburn-Unschrift: ta, chi, tsu, te und to. Chi und tsu fallen auf, da diese nicht nach dem gleichen System wie alle anderen Hiragana umschrieben werden. Die beiden betroffenen Hiragana ち und つ werden nicht ti und tu, sondern wie chi und tsu ausgesprochen.

Umschreibt man die beiden Hiragana dagegen nach dem Kunrei-System, lauten die Rômaji nicht chi und tsu, sondern ti und tu.
Das Problem für Japanisch-Neulinge ist jedoch: Die beiden Laute werden nun mal nicht wie ti und tu ausgesprochen.

Japaner wissen natürlich, wie die beiden betroffenen Laute richtig ausgesprochen werden. Einem Japaner ist es dabei egal, ob er chi oder ti liest; er kennt das Hiragana ち ganz genau und wird ihn wie ein chi aussprechen.
Ein Ausländer dagegen, der zum ersten Mal Japanisch lernt, wird das Zeichen aber vermutlich ti aussprechen, wenn er die Kunrei-Umschrift liest – und das ist nun mal falsch.

Vergleich: Hepburn vs Kunrei

Wie du der Tabelle oben entnehmen kannst, gibt es einige Laute, die deren Umschrift sich in den jeweiligen Transkriptionssystemen unterscheiden. Schauen wir uns ein paar Beispiele an, um den Unterschied zu verdeutlichen.

Das Wort 会社 (かいしゃ, Firma) wird wie folgt transkribiert:
Hepburn: kaisha
Kunrei: kaisya

Den Berg Fuji (富士山、ふじさん) umschreibt man wie folgt:
Hepburn: fujisan
Kunrei: huzisan

Und der Tisch (机、つくえ) sieht wie folgt aus:
Hepburn: tsukue
Kunrei: tukue

Die tatsächliche Aussprache der Wörter ähnelt tatsächlich eher der Hepburn-Umschrift. Trotzdem ist das Kunrei-System keineswegs “falsch” und für Japaner genauso leicht zu lesen wie das Hepburn-System.

Wenn du gerade erst beginnst, Japanisch zu lernen, solltest du daher zunächst prüfen, welches der Transkriptionssysteme vorliegt. Je länger du Japanisch lernst, umso einfacher wird die Umschrift jedoch, sodass du irgendwann automatisch erkennst, um was für ein Transkriptionssystem es sich handelt.

Selbst mal Japanisch lernen? Schau doch mal bei unserem Online-Japanischkurs vorbei oder melde dich für einen Sprachaufenthalt in Tokio, Kyoto oder Nagano an!

Das japanische Neujahrsfest

Das japanische Neujahrsfest

Das Neujahrsfest wird in Japan ganz traditionell gefeiert. Während in Europa das neue Jahr mit Freunden, Feuerwerkskörpern und alkoholischen Getränken zelebriert wird, steht in Japan der erste Tag des Jahres ganz im Zeichen der Familie.

Feuerwerk und Party mit Freunden steht bei den meisten Deutschen ganz oben auf der Liste, wenn sie an den letzten Tag des Jahres denken. Hierzulande wird der 31.12. ausgelassen gefeiert und selbst Partymuffel schalten um kurz vor 12 den Fernseher ein, wenn am Brandenburger Tor der Countdown zum neuen Jahr startet.

Auch wenn man meinen mag, dass in einer Millionenmetropole wie Tokio sicherlich die größten Partys der Welt stattfinden sollten, sieht das Neujahrsfest in Japan eigentlich ganz anders aus. Wie Japaner den Start ins neue Jahr, das oshōgatsu (お正月) feiern und was für Traditionen dabei bewahrt werden, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Zeit mit der Familie beim Neujahrsfest

Feiertage, an denen nicht gearbeitet wird, gibt es in Japan nur wenige. Abgesehen von der Golden Week und der Silver Week, bei denen viele Japaner mehrere Tage hintereinander Urlaub nehmen können, bietet auch das Neujahrsfest eine solche Gelegenheit. Die meisten Japaner können mit freien Tagen am 1., 2. und 3. Januar rechnen. Wer in Kaufhäusern und Supermärkten arbeitet, hat allerdings Pech, denn solche Geschäfte kennen in Japan keine Ruhetage.

Im Prinzip kann man sich das japanische Neujahrsfest ähnlich vorstellen wie unser Weihnachtsfest. 3 Tage lang mit der Familie Zeit verbringen und sich dabei den Magen mit gutem Essen vollschlagen, so lautet die Devise. Allerdings kommen auch die partyhungrigen Japaner nicht zu kurz, denn für sie gibt es ja schließlich das Weihnachtsfest, bei dem die Zeit mit dem Partner bzw. der Partnerin und guten Freunden verbracht wird. Man kann es sich also wie eine verkehrte Welt vorstellen: Weihnachten Party, Silvester Familie.

Traditionelle Gerichte zur Neujahrszeit

In Deutschland essen wir zu Weihnachten Gans mit Rotkohl, in Japan gibt es Osechi (お節料理; osechiryôri). Bei Osechi handelt es sich um Boxen mit traditionellen japanischen Gerichten, die über drei Tage hinweg zwischen dem 1. und dem 3. Januar mit der Familie gegessen wird.

Osechi

Fachgeschäfte wittern beim Verkauf von Osechi schon lange das große Geschäft und verkaufen die viereckigen Boxen zu hohen Preisen – und das in Massen. Traditionell bedachte Familien bereiten Osechi zur Neujahrszeit zwar noch selbst zu. In der heutigen Gesellschaft tendiert der Trend aber definitiv zum Kauf.

Alle Zutaten, die beim Osechi verwendet werden, haben eine Bedeutung und sollen zu einem erfolgreichen neuen Jahr beitragen.

Von Nudeln und Göttern

Auch in der Silvesternacht selbst lassen es die Japaner ruhig angehen. Eine besondere Tradition zum Neujahrsfest ist das Gericht toshi-koshi soba (年越し蕎麦), das am Abend als letzte Mahlzeit vor Beginn des neuen Jahres gerne gegessen wird.

Es handelt sich dabei im Grunde genommen einfach nur um Soba – also um ein Gericht mit Buchweizennudeln, das in Japan oft gegessen wird. Der Begriff toshi koshi bedeutet etwas wie “Jahres-überquerend” und bezeichnet eben die Mahlzeit, die zwischen dem alten und dem neuen Jahr gegessen wird.

toshi-koshi soba

Wie alle Gerichte zum Neujahrsfest haben natürlich auch toshi-koshi Soba eine feste Bedeutung, die mit Glück, Gesundheit und einem guten, langen Leben verbunden sind. Praktisch betrachtet haben die Soba sich aber wahrscheinlich besonders deshalb etablieren können, da Hausfrauen traditionell mit der Zubereitung des Osechi beschäftigt waren und Soba sich eben schnell ohne Mühe zubereiten lassen.

Einige Japaner suchen um Mitternacht auch buddhistische Tempel auf, an denen still für ein erfolgreiches neues Jahr gebetet werden kann. In der Nacht auf den 1. Januar sieht man daher viele Menschen durch die Dunkelheit schleichen – nur um an einem Tempel zu beten.

Familienbesuche und Geld für die Kinder

In den darauffolgenden drei Tagen können besonders Kinder sich glücklich schätzen, denn sie bekommen von Eltern und Verwandten otoshidama (お年玉) geschenkt.

Dabei handelt es sich im Grunde genommen um nichts anderes als Geldgeschenke – sozusagen also das Gegenstück zu unseren Weihnachtsgeschenken. Verbunden wird diese Tradition mit Besuchen bei der Verwandtschaft, die man sonst das Jahr über weniger zu Gesicht bekommt.

Besonders für Familienväter ist der Feiertagszeitraum daher mit Fahrten zu Verwandten verbunden, bei denen dann auch gleich die otoshidama abgegeben werden können. Praktisch, nicht wahr?

Eine weitere Tradition ist der Besuch bei einem shintoistischen Tempel am 1. Januar, bei dem oft traditionelle Kleidung getragen und für Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr gebetet wird. Also, in dem Sinne: 明けましておめでとうございます (akemashite omedetō gozaimasu; “Frohes neues Jahr”)!

Mehr über Japan und die Landessprache lernst du in unserem Japanisch-Grundkurs, bei dem du stets einen persönlichen Lehrer zur Seite hast, um deinen Lernerfolg zu maximieren. Wenn du selbst mal nach Japan möchtest, solltest du dir auch unsere Programme für einen Sprachaufenthalt anschauen.

Japanisch lernen mit Anime: Selbstvorstellung

Japanisch lernen mit Anime

Japanisch lernen mit Anime ist ein Traum vieler Japan-Fans. Dass dieses Vorhaben mit Schwierigkeiten verbunden ist, dürfte jedoch auf der Hand liegen. Als gutes Hilfsmittel können Anime allerdings trotzdem dienen.

Wenn man Japanisch lernen möchte, kommt man sicherlich nicht um die Versuchung herum, das Lehrbuch einfach mal liegen zu lassen und stattdessen zu einem spannenden Anime zu greifen.

Warum von Anime als Grundlage für das Japanischstudium abzuraten ist, haben wir schon in mehreren Artikeln genauer erläutert. In diesem Artikel versuchen wir aber trotzdem, uns die japanische Sprache anhand einer Anime-Szene genauer anzuschauen.

Solltest du dich für die japanische Sprache interessieren und mit dem Gedanken spielen, selbst mal die japanische Sprache zu erlernen, ist diese Selbstvorstellung von Yūji Itadori aus Jujutsu Kaisen vielleicht ein guter Anfang.

Jujutsu Kaisen: Von Schülern und Dämonen

Jujutsu Kaisen ist eine Fantasy-Animeserie, die vom Leben des Oberschülers Yūji Itadori handelt. Yūji bekommt durch diverse Umstände magische Kräfte von einem Amulett verliehen und findet sich plötzlich in einer Welt umgeben von Flüchen und Dämonen wieder.

Fortan versucht er, sein Leben an der städtischen Fachoberschule für Magie zu bewältigen und die Schüler vor einer Flut aus Monstern und Dämonen, die hinter seinen Kräften her sind, zu verteidigen.

Schauen wir uns nun die folgende Szene aus dem Anime an und versuchen, das Gesagte zu analysieren.

Japanisch lernen mit Anime: Selbstvorstellung

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夜蛾正道学長だ。
Yaga masamichi gakuchō da.

その子が?
Sono ko ga?

虎杖悠仁です!好みのタイプはジェニファー・ローレンス!よろしくお願いします!
Itadori yūji desu!Konomi no taipu wa Jennifer Lawrence desu!Yoroshiku onegaishimasu!

何しに来た?
Nani shi ni kita?

Auch wenn der Dialog witzig ist, lernt man natürlich nichts, wenn man sich keine Gedanken darüber macht, was auf sprachlicher Ebene eigentlich gerade passiert ist. Lernst du Japanisch, wäre das aber eine sehr gute Möglichkeit, vielleicht etwas Neues dazu zu lernen.

Der 1. Satz

夜蛾正道学長だ。
Yaga masamichi gakuchō da.

Unser erster Satz ist zunächst ganz einfach. Yaga Masamichi ist der Name des Sprechers. Gakuchō ist die Jobbezeichnung des Direktors und kann hinten an Namen gehängt werden, genau wie –san oder -sensei. Yaga masamichi gakuchō ist also der Direktor Masamichi Yaga.

Achte darauf, dass in der japanischen Sprache der Nachname vor dem Vornamen steht und der Direktor somit nicht Herr Masamichi, sondern Herr Yaga heißt.

Da ist die Grundform des Hilfsverbes desu, welches man in unserem Fall einfach mit “sein” übersetzen kann. Da man im Japanischen Verben nicht nach Personen konjugiert wie im Deutschen, übersetzen wir da also nicht mit “sein”, sondern mit “ist”.

Das ist Direktor Masamichi Yaga.

Der 2. Satz: Verkürzte Frage

その子が?
Sono ko ga?

Der Direktor verwendet hier gesprochenes Japanisch, was man daran erkennt, dass der Satz eigentlich nur halb fertig ist. Sono ko bedeutet “dieses Kind”, wobei der Begriff ko oft für Schüler und Studenten verwendet wird und nicht unbedingt keine kleinen Kinder beschreibt. Du kannst diesen Begriff daher auch etwas freier mit “Junge” oder “Mädchen” übersetzen.

Die Partikel ga markiert das Thema. Wörtlich übersetzt steht hier also eigentlich nur: “Dieses Kind?”.

Gemeint ist natürlich die Frage “Wer ist dieses Kind?” bzw. “Wer ist dieser Junge?”, allerdings wurde das “wer” (誰, dare) einfach weggelassen. Dies ist in der japanischen Sprache eine gängige Praxis, wenn allen Beteiligten klar ist, was ausgedrückt werden soll.

Streng genommen müsste der Satz daher also wie folgt heißen:

その子が(誰ですか)?

Sono ko ga (dare desu ka)?

Wer ist dieser Junge?

Der 3. Satz

虎杖悠仁です!好みのタイプはジェニファー・ローレンス!よろしくお願いします!
Itadori yūji desu!Konomi no taipu wa Jennifer Lawrence desu!Yoroshiku onegaishimasu!

Zunächst stellt Yūji sich mit der höflichen Form des Hilfsverbs da vor, das wir uns eben schon angeschaut haben. “Ich bin Yûji”.

Im zweiten Satz wird das Hauptthema durch die Partikel wa markiert. Das bedeutet also: Alles, was vor dem wa steht, ist unser Hauptthema.

Wir haben hier die Wörter konomi no taipu. Konomi bedeutet “Geschmack” oder “Vorliebe” und mit taipu ist der “Typ” gemeint.

Man kann den Ausdruck also mit “Lieblingstyp” übersetzen und wenn wir uns den Rest des Satzes anschauen, merken wir schnell, dass Yûji von seinem Typ Frau spricht.

Hinter Jennifer Lawrence haben wir wieder unser Hilfsverb desu, welches wir mit “sein” übersetzen. Unseren Satz übersetzen wir also wie folgt:

“Mein Typ Frau ist Jennifer Lawrence.”

Oder etwas natürlicher:

“Ich stehe auf Frauen wie Jennifer Lawrence.”

Bei der japanischen Sprache musst du beachten, dass diese ganz anders funktioniert als unsere Deutsche und du nun mal nicht jedes Wort eins zu eins übersetzen kannst. Die Floskel yoroshiku onegaishimasu hört man oft nach Selbstvorstellungen. Sie bedeutet so viel wie “Freut mich, Sie kennenzulernen”.

Ich bin Yūji Itadori! Ich stehe auf Frauen wie Jennifer Lawrence! Freut mich, Sie kennenzulernen!

Der 4. Satz

Herr Yaga hat leider kein großes Interesse an Small Talk mit Yūji und kommt gleich zur Sache. Er fragt:

何しに来た?
Nani shi ni kita?

Sicherlich fragst du dich, warum wir unsere Sätze ständig mit “du” und “ich” übersetzen, obwohl dort gar keine Personalpronomen stehen. Das ist so, weil Japaner die Personalpronomen oftmals einfach weglassen.

Überflüssige Wörter werden in der japanischen Sprache meistens gestrichen. Wenn eindeutig klar ist, dass ich über mich selbst rede, lasse ich das “Ich …” (watashi wa …) also einfach weg. Bei einer Übersetzung ins Deutsche müssen wir die Personalpronomen dann aber natürlich wieder mit aufnehmen, denn in der deutschen Sprache können wir Personalpronomen nicht einfach mal weglassen.

Nani bedeutet “was” und shi ni kita ist die Vergangenheitsform vom Verb shi ni kuru. Shi stammt vom Verb suru (machen) und kuru bedeutet “kommen”. Schauen wir uns die Wörter noch einmal an, haben wir also “was – machen – kommen”, oder etwas freier übersetzt:

Für was bist du gekommen? oder Was willst du?

Japanisch lernen ohne Bücher ist eine schwierige Aufgabe

Japanisch lernen mit Anime ist also gar nicht so leicht. Sicher merkst du schon, dass es schwierig ist, grammatische Zusammenhänge nur vom Zuschauen zu begreifen. Wenn du ein anständiges Buch besitzt oder an einem soliden Sprachkurs wie unserem Japanisch-Grundkurs teilnimmst, können Anime allerdings durchaus eine gute Ergänzung zum Unterricht sein, bei der man viel lernen kann.

Anime als Grundlage für das Studium sind aber nicht geeignet. Oftmals verwenden die Charaktere seltsame Wörter oder eine verzerrte Grammatik, durch die du dir eine falsche Sprache aneignest. Darüber hinaus werden dir die Grundlagen beim Animegucken auch nicht erklärt. Du müsstest also selbst versuchen, dir Zusammenhänge und grammatische Strukturen zusammenzureimen.

Du würdest gerne öfters Japanisch mit Anime lernen? Dann lass uns einen Kommentar mit einem Thema oder Anime da, den du gerne in unserem nächsten Artikel sehen würdest!

Japanisch lernen: Du in der japanischen Sprache

du

Wenn man Japanisch lernt, wird man sich schon zu Beginn seines Studiums fragen, wie die Vokabel für “du” lautet. Japanisch ist in dieser Hinsicht jedoch weitaus komplexer als andere Sprachen und auf einen Begriff für “du” wird weitgehend verzichtet.

“Du” ist in den meisten Sprachen eines der ersten Wörter, was auf der Vokabelliste steht. Auch in der japanischen Sprache gibt es viele Wörter für den Begriff “du”, allerdings muss man bei der Verwendung dieser einige Punkte beachten.

Abgesehen von der Tatsache, dass die Begriffe verschiedenen Arten der Höflichkeitsstufen zuzuordnen sind – ähnlich wie das deutsche “du” und “Sie” – liegt der entscheidende Unterschied zu anderen Sprachen aber darin, dass man diese Begriffe in der Praxis aber eigentlich überhaupt nicht verwendet.

Wobei du bei der Verwendung dieser Begriffe achten musst und wie du deinen japanischen Gegenüber besser ansprechen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Anata – der klassische Begriff für “du”

Da du gerade diesen Artikel liest und dich daher vermutlich schon das ein oder andere Mal mit der japanischen Sprache beschäftigt hast, sollte das Wort anata bestimmt schon ein Begriff für dich sein. Anata ist der neutralste Begriff für “du” und steht in vielen Grammatikbüchern ganz oben auf der Vokabelliste.

Das Problem dabei: Anata wird in der Praxis eigentlich gar nicht verwendet. Ganz im Gegenteil, es kann sogar komisch sein, einen Fremden oder einen Freund plötzlich mit anata anzureden; das ist einfach nicht üblich.

Viel mehr wird der Begriff ab und an von Leuten verwendet, die ihren Ehepartner bzw. ihre Ehepartnerinnen ansprechen möchten – ähnlich unserem deutschen “Schatz”. Grundsätzlich solltest du daher lieber davon ablassen, das Wort in der Praxis zu verwenden. Als Ausländer wird dir von Japanern zwar sowieso alles verziehen – ein wenig seltsam wäre es aber schon.

Kimi – der ästhetischere Begriff für “du”

Auch kimi wird dir vielleicht schon bekannt vorkommen. Spätestens seit dem Kinoerfolg von kimi no na wa ist der Begriff in aller Munde, auch wenn das Wort eigentlich nicht wirklich alltagstauglich ist.

Bei kimi handelt es sich um eine recht ästhetische Form des Begriffes “du”, das oft in Liedern, Gedichten oder Filmen vorkommt. Kimi ist ein schönes Wort, das auch eine gewisse Form der Romantik mit sich bringt – im Alltag sucht man den Begriff jedoch vergeblich. Ganz im Gegenteil: Redest du als Mann eine Frau in einer Bar mit dem Begriff kimi an, wird dir vermutlich sogar noch vorgeworfen, du würdest dich schamlos an sie ranmachen – du solltest dir deine Wortwahl daher immer gut überlegen!

Begriffe in der Straßensprache

Und das war es noch lange nicht: Vor allem in Videospielen, Anime und Manga haben sich Begriffe wie omae und temae schon vor langer Zeit etabliert. Benutzt du einen der beiden Begriffe, blickst du auf deinen Gesprächspartner von oben herab – es handelt sich hierbei also um abwertende Begriffe, von denen du lieber die Finger lassen solltest.

Darüber hinaus werden auch diese Begriffe trotz der übermäßigen Verwendung in der Popkultur im Alltag nicht wirklich verwendet. Einer von vielen Gründen, warum du Anime nicht als Grundlage für dein Japanisch-Studium verwenden solltest.

Und welcher Begriff verwende ich nun?

Die Antwort auf diese Frage ist sowohl einfach als auch verblüffend zugleich: gar keinen. Trotz der vielen Begriffe für “du” benutzen Japaner dieses Wort einfach nicht und greifen auf andere Möglichkeiten zurück.

du

Das Tolle an der japanischen Sprache ist, dass einfach viele Elemente eines Satzes, die im Prinzip überflüssig sind, einfach weggelassen werden. Dazu gehört eben auch Personalpronomen wie “ich” und “du”. Aus dem Kontext heraus ist nämlich in der Regel sowieso klar, über wen man gerade spricht. In der Praxis sieht das wie folgt aus:

anata wa jikan ga aru no? (あなたは時間があるの?)
Hast du Zeit?

Japaner lassen das “du” – anata nun einfach weg:

jikan ga aru no? (時間があるの?)
Hast du Zeit? (wortwörtlich: Zeit haben?)

Sollte aus dem Kontext heraus nicht eindeutig sein, von welcher Person die Rede ist, tauschen Japaner das Wort “du” einfach mit dem Namen des Gesprächspartners aus. Spreche ich also mit Herrn Tanaka und möchte ihn fragen, was er am Wochenende macht, frage ich ihn Folgendes:

tanaka-san wa shûmatu ni nani o shimasu ka? (田中さんは週末に何をしますか?)
Was machst du am Wochenende?

Das mag anfangs vielleicht etwas ungewöhnlich klingen – man gewöhnt sich aber recht schnell an diese Struktur. Problem an der Sache: Man sollte niemals den Namen seines Gesprächspartners vergessen!

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Anime und Elektronik in Akihabara

Akihabara

Von Akihabara sollten die meisten Anime-Fans schon mal gehört haben. Es handelt sich dabei um einen Tokioter Stadtteil, der besonders für seinen Anime-Merchandise und die vielen Eletronik-Geschäfte bekannt ist.

Wenn du Japanisch lernst und einen Japanaufenthalt planst, wird Akihabara sicher ganz oben auf deiner To-do-Liste stehen. Du wirst dort nämlich alles finden, was das Herz begehrt: Von Anime-Shops über Spielcenter und Maidcafés bis hin zu unzähligen Elektronik-Geschäften ist dort alles vertreten.

Worauf du dich einstellen kannst, wenn du nach Akihabara fährst und was du auf keinen Fall verpassen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Das Anime-Paradies Akihabara

Durch Serien, Anime und Manga ist Akihabara auch in der westlichen Welt als ein “Paradies für Anime-Liebhaber” bekanntgeworden. Neben unzähligen Anime-Shops und Maidcafés findet man dort auch Spielcenter und sonstige für Fans gemachte Einrichtungen, die das Herz eines jeden Anime-Liebhabers höherschlagen lässt.

Maid-Café

So zumindest lauten die Gerüchte – doch ist das alles auch wirklich wahr?

Ja, ist es! Ganz egal, ob du dir ein paar neue Blu-Rays kaufen möchtest, Lust auf ein paar Videospiele hast oder Zubehör für deine Cosplays suchst – in Akihabara wirst du fündig.

Im Bahnhof des Stadtteils scheint zunächst alles noch recht “normal” – vor allem die vielen Anzugträger werden einem zunächst ins Auge springen. Das liegt aber vor allem an der guten Verkehrsanbindung, denn wer täglich von der benachbarten Präfektur Chiba in die Hauptstadt Tokio pendelt, wird kaum drum herumkommen, in Akihabara umzusteigen! Sobald man den Bahnhof jedoch verlässt, findet man sich inmitten einer riesigen Wand aus Hochhäusern wieder, die alle voll mit Anime-Merchandise sind!

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Unter Japanern eher für die Elektronik bekannt

Auch wenn man in Akihabara neben den vielen Touristen auch recht viele Japaner sehen, die durch Anime-Anstecker an ihren Taschen auffallen – die ihren Stadtteil übrigens ganz liebevoll “Akiba” nennen –  ist der Stadtteil untern Japanern eher für seine Elektronik bekannt.

Neben den ganzen Shops, die für Anime-Fans gemacht wurden, findet man dort nämlich auch alle möglichen Elektronik-Geschäfte – von großen Ketten wie Yodobashi und Yamada Denki bis hin zu winzigen Shops, die kaum 10 Quadratmeter groß sind.

Vor allem Kameras, Spielekonsolen und Fernseher sieht man im Akihabara an jeder Straßenecke. Für Touristen könnten besonders die ganzen Second-Hand Shops interessant sein, denn hier kann man mit etwas Glück richtige Schnäppchen schlagen.

Allen Reisenden können wir daher auf jeden Fall empfehlen, einen Zwischenstopp in Akihabara einzulegen, wenn man sowieso in Tokio ist. Einen halben Tag bekommt man dort locker rum – mehr Zeit möchte man in diesem schrägen Stadtteil aber bestimmt nicht verbringen, denn die vielen Menschen, die grellen Lichter und die lauten Geräusche können ganz schön anstrengend sein.

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Fast Food in Japan

Fast Food

Unter Fast Food versteht man in Japan teilweise etwas ganz anderes als bei uns in Deutschland. Japaner ernähren sich generell fettarmer als wir, was sich auch in der Definition von “Fast Food” widerspiegelt.

Wenn wir Europäer an Fast Food denken, kommt uns sicherlich zuerst Döner, Pizza und Burger in den Sinn. Japaner hingegen haben gesündere Essweisen als wir und ernähren sich von solch fetthaltigen Produkten viel weniger.

Natürlich findet man auch in Japan ab und an mal einen McDonalds oder Burger King – die meisten Japaner denken bei dem Begriff “Fast Food” aber nicht unbedingt immer zuerst an fetthaltige Cheeseburger. Wie Japaner sich ernähren, wenn sie auf der Suche nach schnellem Essen sind, erfährst du in diesem Artikel.

Fast Food muss nicht immer fetthaltig sein

Während für einige Japaner sicherlich auch Ramen, also Nudelsuppen mit Fleisch und Gemüse als Fast Food gelten, steht vor allem bei beschäftigten Geschäftsleuten oft Gyūdon (牛丼) an erster Stelle.

Bei Gyūdon handelt es sich um eine Reisschüssel mit dünn geschnittenem Rindfleisch und Zwiebeln, die in einer Marinade aus Sojasauce und Mirin gebraten werden. Bei den bekannten Gyūdon-Ketten wie Yoshinoya und Matsuya gibt es neben kostenlosem Wasser auch eine Gratis-Misosuppe dazu – und das alles für umgerechnet 3 €.

Gyûdon

Verglichen mit zwei Stücken Pizza von PizzaHut, die preislich auf den gleichen Betrag hinauslaufen, hat man bei einem Gyūdon-Menü das Gefühl, eine richtige Mahlzeit gegessen zu haben – und auch von den Kalorien her ist der Unterschied riesig.

Zugegeben ist weißer Reis mit Rindfleisch nicht unbedingt “gesund”, allerdings tut man dem Körper mit einer Schüssel Gyūdon sicherlich einen größeren Gefallen als mit drei Cheeseburgern.

Fast Food im Konbini

In Japan darf man auch nicht die Macht der Konbini vergessen – kleine Supermärkte, die rund um die Uhr geöffnet haben.

In einem Konbini bekommt man alles, was das Herz begehrt. Neben Sandwiches und frittierten schnitzel-ähnlichen Fleischstücken bekommt man in einem Konbini auch Instant-Ramen und fertige Bentōs (弁当; kleine Lunchpakete mit Reis, Fleisch und Gemüse), die man mit nach Hause nehmen kann.

Auch für den sofortigen Verzehr kann man einen Konbini aufsuchen, denn dank Wasserkochern und Mikrowellen können die gekauften Gerichte sofort erwärmt und gegessen werden.

Einige Konbini bieten sogar Tische und Stühle wie in einem richtigen Restaurant – bei den meisten Konbini muss man sich allerdings mit der Bordsteinkante vor der Tür begnügen, auf die man sich setzen und gemütlich seine Plastikschüssel mit Fertig-Ramen verspeisen kann.

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Japanisch lernen: Höflichkeitsformen

Höflichkeitsformen

Wenn man Japanisch lernen möchte, wird man früher oder später auch auf die japanischen Höflichkeitsformen treffen. In der japanischen Sprache konjugiert man Verben nicht nach Personen, sondern man flektiert sie nach Höflichkeitsformen.

Darf ich meinen Gegenüber duzen oder sollte ich ihn lieber siezen? Diese Frage stellt man sich in Deutschland öfter, wenn man mit jemandem redet, den man noch nicht so gut kennt.

In Japan ist die Lösung für dieses Problem viel einfacher und gleichzeitig auch viel komplizierter. Das hierarchische System in Japan spielt eine wichtige Rolle im Alltag und spiegelt sich auch in der Sprache wieder. Obwohl es viele verschiedene Formen und somit auch Möglichkeiten gibt, wie man mit seinem Gegenüber redet, wissen Japaner immer ganz genau, wie sie sich zu verhalten haben.

Was für Höflichkeitsformen gibt es?

In der japanischen Sprache unterscheidet man grundsätzlich zwischen vier Formen, wie man sich mit jemandem unterhalten kann. Die Umgangssprache – von jungen Leuten tameguchi (ため口) genannt, ist dabei die niedrigste der Höflichkeitsstufen.

In tameguchi redet man nur mit guten Freunden und seiner Familie – alles andere wäre unhöflich und respektlos.

Die Standardsprache, teineigo (丁寧語), sollte allen bekannt sein, die schon mal Japanisch gelernt haben. Das Hilfsverb desu sowie alle Verben, die auf -masu enden, fallen in diese Kategorie.

Teineigo benutzt kann in fast allen Fällen, bei denen man mit Fremden spricht. Kollegen, Kassierer im Supermarkt, Lehrer – teineigo eignet sich für fast jeden. Es handelt sich daher auch um die Höflichkeitsform, die Sprachanfänger in der Regel zuerst lernen – es ist nämlich die nützlichste Form und darüber hinaus auch aus grammatischer Sicht die einfachste.

Aber es geht noch höflicher

Die anderen beiden Formen, sonkeigo (尊敬語) und kenjôgo (謙譲語) benutzt man, um den maximalen Respekt zu zollen. Diese beiden Formen der japanischen Höflichkeitsstufen sind am kompliziertesten, da die verwendeten Verben sich hier teilweise komplett verändern und man als Lernender ganz neue Vokabeln lernen muss.

Spricht man in sonkeigo, verehrt man seinen Gegenüber. Man nutzt diese Höflichkeitsform z. B., wenn man mit seinem Vorgesetzten oder einer berühmten Persönlichkeit redet. Auch Angestellte in einem Geschäft benutzen teilweise sonkeigo – schließlich ist auch in Japan der Kunde König!

Höflichkeitsformen

Kenjôgo dagegen verwendet man für sich selbst. Mit kenjôgo stellt man sich hierarchisch unter seinen Gegenüber und zeigt, dass man seinen eigenen Platz kennt. Diese Form der japanischen Sprache wird im Einklang mit sonkeigo verwendet.

Und wo ist nun der Unterschied?

Schauen wir uns das Ganze noch ein mal in der Praxis anhand des Wortes kommen – kuru – 来る an.

tameguchi: kuru (来る)

teineigo: kimasu (来ます)

sonkeigo: irassharu (いらっしゃる)

kenjôgo: mairu (参る)

Auch wenn tameguchi nur für einen ausgewählten Personenkreis verwendet werden kann, handelt es sich bei den Verben in dieser Form gleichzeitig auch um die Grundform der Verben. Sucht man in einem Wörterbuch nach dem Wort für “kommen”, wird man außer der Grundform kuru nichts weiter finden – das ist auch einer der Gründe, warum die japanische Sprache für uns Deutsche so kompliziert sein kann.

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Über die japanische Sprache

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