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Sprachcafés in Japan

Sprachcafé

Wenn du Japanisch lernen möchtest und in Japan bist, sind Sprachcafés eine gute Anlaufstelle. Die oft auch eikaiwa kafe genannten Cafés mit Fokus auf Fremdsprachen, vor allem Englisch, bieten eine gute Gelegenheit für Japaner, ihr Englisch zu trainieren – und somit auch eine gute Gelegenheit für uns Deutsche, um wiederum Japanisch zu üben.

Sprachcafés sind ganz normale Cafés, in denen für gewöhnlich ausländische Studenten arbeiten. Sie sollen jungen Japanern die Gelegenheit geben, ihr Englisch zu üben und in einer entspannten Atmosphäre ohne Druck einfache Konversationen in der Fremdsprache zu ermöglichen.

Oftmals finden mehrmals in der Woche Stammtische statt, bei denen sich viele Interessenten in einer gemütlichen Runde zusammensetzen und bei einer Tasse Kaffee – oder auch bei einem Glas Bier – auf Englisch austauschen oder über ihre Ambitionen sprechen.

Warum Sprachcafés auch für deutsche Muttersprachler interessant sind, erfährst du in diesem Artikel.

Das Sprachcafé als Schnittstelle zwischen Japanern und Ausländern

Eikaiwa kafe (英会話カフェ), wie die Einrichtungen auch genannt werden, setzen sich aus den Begriffen eikaiwa – also “Unterhaltung auf Englisch” und kafe – Café zusammen.

Auch wenn der Fokus auf die englische Sprache eindeutig überwiegt, darf man sich von den Namen allerdings nicht täuschen lassen. Neben der englischen Sprache legen einige Sprachcafés nämlich auch großen Wert auf andere Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch und Deutsch.

Wann es Veranstaltungen zu welchen Sprachen gibt, kann man auf den Websiten der Cafés herausfinden. Die meisten großen Sprachcafés, wie z. B. das Mickey House oder das ALPHA Englisch Café haben ihre Websiten zwar nicht in die englische Sprache übersetzt – mit ein wenig Japanischkenntnissen findet man aber schnell heraus, wann welche Sprachen gesprochen werden.

Ein guter Ort zum Üben

Auch ohne Deutsch-Stammtische sind Sprachcafés eine gute Anlaufstelle, um Japanisch zu üben. Japaner sprechen für gewöhnlich nur wenige Brocken Englisch, sodass eine englische Konversation ohnehin nur für eine kurze Dauer möglich sein wird.

Selbst wenn du also kein gutes Englisch sprichst, ist der Besuch in einem solchen Café auf jeden Fall eine gute Idee – denn viele der anderen Gäste werden froh sein, wenn sie die Gelegenheit bekommen, mit einem Ausländer auf Japanisch zu sprechen.

Wenn du auch gerne mal in Japan Japanisch lernen möchtest, wäre ein Sprachkurs an unserer Partnerschule ISI vielleicht genau das richtige für dich!

Blaue Ampeln in Japan

Ampeln in Japan

Steht man an einer roten Ampel, wartet man. Wird die Ampel gelb, bedeutet das, dass sie in wenigen Augenblicken umschalten wird. Und steht sie letzten Endes auf grün, darf man gehen bzw. fahren. Die unterste der drei Farben ist in Japan allerdings blau.

Egal, wohin man reist, eine Sache ist überall auf der Welt gleich: Ampeln. Während man sich vor einer Reise nach Amerika oder Asien zunächst über die Währung oder die kulturellen Gegebenheiten informieren sollte, kann man immerhin davon ausgehen, dass die Ampeln im Urlaubsland aussehen wie unsere.

In Japan ist dies allerdings nicht so. Auch wenn japanische Ampeln auf den ersten Blick genau wie unsere europäischen aussehen, bezeichnet man die unterste der drei Farben nicht als grün, sondern als blau – und das, obwohl diese eigentlich wie das ganz normale grüne Signal aussieht. Warum das so ist, erfährst du in diesem Artikel.

Grün und blau

Um zu verstehen, warum Japaner grüne Ampeln als blau bezeichnen, müssen wir weit in der Geschichte zurückreisen: nämlich mehr als tausend Jahre in die Heian-Zeit (794 – 1185/92).

Bis zu dieser Zeit nahmen es die Japaner nicht ganz so eng mit Farben. Grün oder blau, das war ihnen damals nämlich völlig egal. Das Wort ao (青、あお) umfasste sowohl blau als auch grün; es wurde zwischen den beiden Farben überhaupt nicht unterschieden.

In der Heian-Zeit jedoch tauchte erstmals das Wort midori (緑、みどり) auf, mit dem die beiden Farbtöne voneinander abgegrenzt wurden. Ao beschrieb die bläulichen Töne, während midori für Grüntöne verwendet wurde.
Auch heute noch kann man daher meinen, dass Japaner die Thematik “blau-grün” eigentlich gar nicht wirklich nachvollziehen können.

Und welche Farbe haben die Ampeln wirklich?

Ampel

Vom eigentlichen Farbton her unterscheiden sich die Ampeln in Japan eigentlich nicht wirklich von unseren Ampeln. Der Farbton einer japanischen Ampel mag vielleicht etwas türkisfarbener wirken als unser grün; ob man darin aber einen Blauton erkennen kann, ist fraglich.

Letzten Endes ist es aber wohl Interpretationssache. Je länger man auf die Ampel starrt, um so weniger weiß man letzten Endes auch, in was für eine Farbe man eigentlich blickt.
Merke dir daher einfach: Wenn Japaner von einer blauen Ampel sprechen, meinen sie eine grüne!

Reise selbst mal nach Japan und nimm an einem Sprachkurs in Tokio, Kyoto oder Nagano teil!

100 Yen Shops in Japan

100 Yen Shop

Im Gegensatz zu den japanischen 100 Yen Shops sind 1 € Shops in Deutschland relativ verrufen. Während man für einen Euro meist nur Dinge kaufen kann, die man eigentlich gar nicht wirklich braucht, gehören 100 Yen Shops zum Alltag eines jeden Japaner dazu.

100 Yen Shops sind in Japan eine wirklich klasse Sache. Für umgerechnet weniger als einen Euro kann man dort wirklich alles kaufen, was das Herz begehrt. Ganz gleich ob Lebensmittel, Gegenstände für den Haushalt oder Elektronik: Findig wird man fast immer.

Große Ketten wie Daiso oder Seria findet an jeder zweiten Straßenecke und in großen Städten vermutlich sogar öfter als normale Supermärkte.
Was du in diesen günstigen Geschäften alles findest und wo du bei deiner nächsten Japanreise auf jeden Fall vorbeischauen solltest, verraten wir dir in diesem Artikel.

Elektronik und Haushaltsgegenstände

Wenn du ein neues Ladegerät für dein Handy oder ein Kabel für deinen Computer brauchst, wäre ein 100 Yen Shop auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle.
Während man in Deutschland für ein Iphone-Ladekabel locker mal 10 € – 20 € auf den Tisch legen muss, kosten ein solches in Japan gerade mal einen knappen Euro.
Und das Beste daran: Das Kabel funktioniert sogar!

Alltagsgegenstände wie Besteck und Teller oder Kissen und Decken, aber auch Verbrauchsgegenstände wie Spülmittel oder Stifte findet man in einem 100 Yen Shop auch.

Die meisten dieser Geschäfte gehören zu großen Unternehmen wie Daiso oder Seria und verkaufen in der Regel überall in ganz Japan die gleichen Produkte. Darüber hinaus haben sie einen unglaublich guten Ruf und werden auch beim Wocheneinkauf oft als Erstes angelaufen.

Auch Lebensmittel bekommst du im 100 Yen Shop

Neben Gegenständen haben 100 Yen Shops auch eine große Palette an Lebensmitteln im Angebot. Süßigkeiten wie Chips und Kaugummis, aber manchmal auch Gewürze oder Soßen kannst du bei Daiso & Co zu günstigen Preisen kaufen.

Wenn du deine nächste Japanreise planst, sollte auf jeden Fall die berühmte Daiso-Filliale in Harajuku auf deiner Liste stehen. Das Geschäft streckt sich über mehrere Etagen voller Produkte, wie ein jeder Tourist gebrauchen kann.

Harajuku

Rechne aber damit, dass dein Einkauf ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird. Das Geschäft ist auch in anderen Ländern recht bekannt und wird neben den vielen Japanern, die sich in Harajuku amüsieren, auch von unzähligen Touristen aus dem Ausland besucht, sodass der 100 Yen Shop stets überlaufen ist.

Selbst mal den Tokioter Stadtteil Harajuku erkunden? Melde dich doch für einen Sprachkurs unserer Partnerschule ISI in Harajuku an und lerne Japan von einer anderen Seite kennen!

3 seltsame Gerichte, die Japaner gerne essen

Gerichte

Die japanische Küche ist vor allem für die vielen Gerichte auf Sojasoßen-Basis bekannt. Neben den bekannteren Speisen wie Ramen oder Gyūdon gibt es allerdings auch Gerichte, wie sich bei uns einer nicht ganz so großen Beliebtheit erfreuen würden.

Ramen, Sushi, Gyūdon – die japanische Küche bietet viele Speisen, die auch in Deutschland bei vielen Japanfans beliebt sind. In japanischen Izakaya findet man allerdings auch Gerichte, von denen die meisten von uns sicherlich noch nie etwas gehört habe – und das zurecht.

Von welchem 3 Gerichten du bei deinem nächsten Japanurlaub lieber die Finger lassen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Nankotsu: Tierknochen

Nankotsu

Ja, richtig gelesen. Bei dem Gericht Nankotsu (軟骨) handelt es sich um Tierknochen, die als Delikatesse verkauft werden. Bestellt man in einer Kneipe Nankotsu, bekommt man oft einen Teller vorgesetzt, bei dem man zuerst glaubt, man würde nun Chicken Nuggets essen.

In der Tat ist eine optische Ähnlichkeit zu Karaage – frittierte Hähnchen Nuggets – nicht abzustreiten, allerdings sind Nankotsu wesentlich kleiner als die beliebten Hähnchen Nuggets.

Vielmehr handelt es sich bei Nankotsu um frittierte Hähnchen-Knorpel, die man neben dem Bier als Snack vor sich hin knabbern kann, also ein wenig wie Kartoffel-Chips. Nankotsu sind allerdings genauso unappetitlich, wie sie auch klingen – es sei denn natürlich, man steht auf Knochen.

Natto – auch als Beilage zu anderen Gerichten

Natto

Wenn du dich für das kulinarische Japan interessierst, hast du von Natto (納豆) vermutlich schon gehört. Es handelt sich dabei um fermentierte Sojabohnen, die oftmals auch als Beilage zu anderen Gerichten gegessen werden.

Je nach Geschmack kann man sich Natto dabei entweder direkt ohne Beilage mit ein wenig Senf in den Mund schieben oder zusammen mit Reis und anderen Beilagen genießen.

Die meisten Japaner mögen Natto recht gerne, weshalb das Gericht in Japan auch in keiner Weise umstritten ist. Als Deutscher Tourist in Japan wirst du dich allerdings wundern, denn du kannst dir ja sicherlich denken, wie fermentierte Sojabohnen wohl riechen mögen.

Basashi – eine Delikatesse für Hartgesonnene

Basashi

Bei allen kuriosen Gerichten, die ich in Japan schon zwangsläufig probieren musste, fand ich Basashi (馬刺し) am fragwürdigsten. Es handelt sich dabei um ein Gericht, dass dem Sashimi zuzuordnen ist.

Als Sushi-Liebhaber weißt du vermutlich schon, was Sashimi ist. Es handelt sich dabei um eine Zubereitungsart von rohem Fleisch- oder Fisch – also so, wie man es auch von vielen Sushi-Sorten kennt.

Bei Basashi allerdings handelt es sich nicht um Fisch, sondern um Fleisch – genau genommen um rohes Pferdefleisch. Japaner essen dabei dünne Scheiben von rohem Pferdefleisch so, als sei es das leckerste Gericht, was sie jemals gegessen haben. Wirklich verstehen konnte ich diese Esskultur nicht – andererseits gibt es ja schließlich auch bei uns Speisen, die Japaner niemals anrühren würden. So gesehen kann man Basashi vielleicht einfach als Äquivalent von unserem Frühstücksmett betrachten.

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Kostenlose Getränke in der Gastronomie

Getränke

Während man in einem deutschen Restaurant fast mehr Geld für die Getränke als für das Essen bezahlt, sind alkoholfreie Drinks wie Wasser und Tee in Japan umsonst. Ein Restaurantbesuch kann daher deutlich günstiger sein als in der eigenen Küche zu kochen.

Jeder kennt die Situation, bei der man vor einer leckeren Pizza beim Italiener nebenan sitzt und dann überlegt, ob man noch ein zweites oder sogar drittes Getränk dazu bestellt. Sicherlich sollte man bei einem Restaurantbesuch nicht jeden Cent drei Mal umdrehen und einfach mal entspannen. Gerade aber junge Leute, wie z. B. Studenten können es sich nun mal nicht leisten, drei Getränke zum Essen dazu zu bestellen.

Während die Getränkepreise den Gesamtbetrag somit schnell in die Höhe schießen lassen und die Bolognese plötzlich nicht mehr 8 €, sondern insgesamt 20 € kostet, hat man in Japan ein solches Problem nicht. Dort zahlt man nämlich für alkoholfreie Getränke wie Wasser und Tee keinen Yen.

Kostenlose Getränke in der Gastronomie

Abgesehen davon, dass die Essenspreise in der japanischen Gastronomie sowieso viel günstiger sind als bei uns in Deutschland, spart man durch die Getränke aber noch mal eine ganze Stange Geld.

Grüntee

Ganz egal, ob man beim Italiener, in einer Kneipe oder in einem Café sitzt: Wasser kann man überall umsonst bestellen. Einige Restaurants bieten auch kalten oder warmen Grüntee kostenlos an, den man beliebig oft nachbestellen kann – superpraktisch.

Wenn der Restaurantbesuch günstiger wird als der Einkauf im Restaurant

Besonders interessant ist jedoch die Tatsache, dass man in einem Restaurant fast sogar Geld sparen kann. Preise für Speisen wie Ramen oder Gyūdon halten sich sowieso in Grenzen und bewegen sich im Preisrahmen eines Döners. Für nur 3 € bekommt man so eine Schüssel Reis mit Rindfleisch, die durchaus satt macht.

Und nun stell dir vor, dass du dazu noch kostenlosen Tee bekommst und so lange im Lokal bleiben darfst, wie du möchtest – also quasi ein kompletter Besuch im Restaurant für nur 3 € – ganz ohne Trinkgeld!

Der Besuch im Supermarkt dagegen wird sicherlich durchaus teurer, denn irgendwie kauft man ja immer etwas, was mein eigentlich gar nicht braucht – sei es eine Flasche Cola oder ein Riegel Schokolade.
Bei einem Besuch im Ramen-Restaurant besteht diese Gefahr aber nicht. Mit nur umgerechnet 5 € in der Tasche bekommst du eine warme Mahlzeit inklusive Getränk serviert – und musst dich dafür nicht mal in die Küche stellen!

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Stadtteile in Tokio 1: Überblick

Tokio

Während wir uns Tokio als einen riesigen Gebäudekomplex vorstellen, gliedern Japaner ihre Hauptstadt in viele weitere Zonen und Stadtteile. Das Verwaltungssystem ist jedoch ziemlich kompliziert, sodass oftmals nicht mal Japaner selbst das System verstehen.

Wer schon mal in Tokio war, weiß, wie riesig die Stadt wirklich ist. Der komplette Großraum Tokio zählt mittlerweile fast 14 Millionen Menschen und ist flächenmäßig in etwa so groß wie das gesamte Saarland.

Wenn Japaner untereinander reden oder sich beim Kennenlernen selbst vorstellen, sagen sie niemals, dass sie “aus Tokio kommen”. Eine solche Angabe wäre auch viel zu vage und ungenau, wenn man bedenkt, wie riesig die Stadt ist.

Um die Metropole besser zu unterteilen, liest man auf Karten oft die Begriffe ku (区, deu: “Bezirk”), shi (市, deu: “Stadt”; öffentliche Verwaltungseinheit), chō (町; deu: “Stadt”; “Stadtviertel”) und son (村; deu: “Dorf”). Darüber hinaus gibt es auch Orte, die weder ku, noch shi oder einer der anderen Klassifizierungen zuzuordnen sind und bei und am besten mit “Stadtteil” zu übersetzen sind. So liegt der bekannte Stadtteil Roppongi mit den vielen Clubs und Kneipen z. B. im Bezirk Chiyoda-ku.

In unserer Reihe “Stadtteile in Tokio” stellen wir die Hauptstadt Japans mit all seinen Facetten genauer vor. In diesem Artikel erfährst du zunächst, wie genau die Millionenmetropole aufgebaut ist und wie das Verwaltungssystem funktioniert.

Großraum Tokio und Stadt Tokio

Karte Tokio

Bei uns in Europa und auch in Amerika unterteilt man Tokio zunächst in die Kernstadt sowie in den Großraum Tokio. Unter dem Großraum Tokio versteht man alle Bezirke (=ku, 区), die den am dichtest besiedelten Kern der Stadt markieren. Auf der oben abgebildeten Karte ist damit der lila-farbene Bereich auf der rechten Seite gemeint.

Alle Gebiete, die nicht lila markiert sind, fallen unter die Kategorie “Großraum Tokio”. Hierzu zählen die “Städte” (=shi, 市), die etwas kleineren “Stadtviertel” (=chō, 町) sowie das etwas abseits gelegenere Hinohara-son (村; Dorf).

Die Verwaltungseinheiten haben etwas mit den Einwohnerzahlen zu tun. So könnte der Ort Shibuya-ku niemals zur Einheit shi werden, da die Einwohnerzahl Shibuya dafür einfach viel zu groß ist. Auf der anderen Seite wäre es aber theoretisch möglich, dass das etwas ländlichere Okutama-chō irgendwann zu Okutama-shi wird, wenn die Einwohnerzahl Okutamas in der Zukunft weiter steigen sollte. Dies wäre jedoch nur eine von vielen Voraussetzungen, da neben der Einwohnerzahl auch noch einige bürokratische Hürden überwunden werden müssten.

Tokio: ein riesiger Komplex

Wenn du noch nie in Japan warst, darfst du dir Tokio nun allerdings nicht als “Bundesland mit vielen Städten” vorstellen. Trotz der Differenzierung zwischen den vielen Stadtteilen und Verwaltungseinheiten wird die Metropole dir wie ein riesiger Komplex vorkommen. Du wirst überhaupt nicht merken, in welchem der vielen Stadtteilen bzw. Bezirken du gerade bist und bräuchtest eine Karte oder besser noch eine App, um das herauszufinden.

Während man seinen Standort im “Großraum Tokio” aufgrund der flächenmäßig kleinen Verwaltungseinheiten noch recht einfach herausfinden kann, wird es im östlichen Stadtkern etwas komplizierter.

Befindest du dich z. B. im flächenmäßig kleinen Fuchū-shi, wirst du neben dem “Bahnhof Fuchū” nicht viele weitere Bahnhöfe finden, sodass du dich dort relativ leicht mit Freunden verabreden kannst. Der Treffpunkt wird recht eindeutig sein, da es eben nicht viele andere Auswahlmöglichkeiten für einen Treffpunkt gibt.

Auch Japaner kennen ihr Verwaltungssystem nicht ganz genau

Triffst du deine Freunde dagegen in Shibuya-ku, wird es kompliziert. Neben dem “Bahnhof Shibuya” findest du dort nämlich auch weitere Stadtteile wie Ebisu, Hiroo und Yoyogi, die alle einen eigenen Bahnhof besitzen – um nur einen kleinen Bruchteil der vielen Stadtteile zu nennen.

Stadtteile wie Ebisu und Yoyogi haben keine Bezeichnung wie ku oder shi. Es sind beliebte Orte mit eigenen Bahnhof, die verwaltungstechnisch aber eben dem Bezirk Shibuya-ku zugehörig sind. Witzigerweise sprechen Japaner allerdings ausschließlich vom Bahnhof Shibuya, wenn sie den Begriff “Shibuya” benutzen. Von Ebisu oder Yoyogi ist gar nicht die Rede, obwohl der Bezirk Shibuya streng genommen eigentlich auch die Stadtteile Ebisu und Yoyogi umfasst.

Auch wenn das nun alles ziemlich verwirrend klingt, brauchst du dir gar keine Sorgen machen, dass du dich im Großstadt-Dschungel verlaufen könntest. Selbst die meisten Japaner verstehen ihr Verwaltungssystem nicht hundertprozentig und müssten Wikipedia aufschlagen, um nachzulesen, wie die ganze Nummer mit ku, shi, chō und son nun wirklich funktioniert.

In der Praxis wirst du dich nur an den Namen der Bahnhöfe orientieren, sodass es dir letzten Endes egal sein kann, zu welchem Verwaltungsapparat welcher Stadtteil nun gehört. Mit dem Wissen, wie genau Tokio eigentlich verwaltet wird, wirst du aber sicherlich jeden Japaner beeindrucken können!

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Ausländer in Japan: Warum Japaner Ausländern alles verzeihen

Ausländer in Japan

Als Ausländer in Japan hat man es nicht immer leicht. Nicht nur die Sprachblockade kann ein Problem sein, sondern auch um die Behandlung von Ausländern in Japan ranken sich viele Gerüchte. Tatsächlich kann man aus dem “Fremdsein” auch viele Vorteile ziehen.

Wenn du Japanisch lernst, hast du dir sicher schon oft ausgemalt, wie es sein wird, endlich mal wirklich mit einem Japaner zu reden. Der Gedanke daran, ohne Übersetzungs-App und Wörterbuch eine richtige Unterhaltung auf Japanisch zu führen, kann richtig motivierend sein.

Auf der anderen Seite plagen dich aber vielleicht auch Ängste, dass du deinen Gesprächspartner nicht richtig verstehst und die anstehende Japanreise sich womöglich zu einem richtigen Albtraum entwickeln kann.

Auch mit wenigen bis gar keinen Japanischkenntnissen brauchst du als Ausländer in Japan jedoch gar keine Angst haben, dass du in Schwierigkeiten geraten könntest. Warum dir als Ausländer in Japan sowieso alles verziehen wird, erfährst du in diesem Artikel.

Ausländer in Japan sind eine Rarität

Nur rund 3 Prozent der 126 Millionen Einwohner Japans sind Ausländer. Der Großteil dieses Ausländeranteils beläuft sich auf die direkten Nachbarn aus China und Korea oder Menschen anderer asiatischer Länder wie die Philippinen, Thailand und Vietnam.

Ausländer aus Europa und Amerika sind daher eine richtige Rarität. Japaner haben keine Erfahrung mit dem Umgang mit uns Europäern und wissen überhaupt nicht, wie sie auf uns reagieren sollen. Während die Menschen in Großstädten wie Tokio oder Osaka einigermaßen an Ausländer gewöhnt sind, ist dieser Effekt in abgelegeneren Gegenden wie Gifu noch stärker zu beobachten: Fährt man als Deutscher mit einem Linienbus durch die kleinen Bergdörfer, wird man von den Mitreisenden angestarrt wie ein Elefant im Zoo.

Ausländer in Japan

Japaner rechnen nicht damit, dass wir Sprache und Kultur verstehen

Darüber hinaus gehen Japaner stets davon aus, dass wir als Ausländer in Japan eigentlich gar keine Ahnung von der Sprache und der Kultur haben. Und da Japan grundsätzlich ein freundliches Volk ist, verzeihen sie eben auch jeden Fehler – da wir Ausländer es eben nicht besser wussten.

Ein Beispiel:
Betritt man in Japan ein Izakaya, ist es oft Gang und gebe, seine Straßenschuhe auszuziehen, bevor man den empfindlichen Holzboten des Lokals betritt. Die Kneipe mit seinen Schuhen zu betreten ist ein absolutes No-Go und wird mit dem Zorn der Angestellten bestraft – außer man ist ein Ausländer.

Passiert dieses Missgeschick dir als Deutschen, kannst du davon ausgehen, ganz freundlich auf deinen Fehler hingewiesen zu werden. Vermutlich würdest du sogar zurück zum Eingangsbereich begleitet werden, damit die Angestellten dir noch mal ganz ausführlich mit Händen und Füßen erklären können, wie du deine Schuhe richtig ausziehst. Super nett, oder?

Japaner haben Angst, Englisch sprechen zu müssen

Der Hauptgrund für die Freundlichkeit der Japaner liegt aber in ihrer Angst, Englisch sprechen zu müssen. Hältst du dich für längere Zeit als Ausländer in Japan auf, sprichst du vielleicht sogar schon ziemlich flüssig Japanisch. Das weiß auf den ersten Blick aber natürlich niemand.

Selbst wenn du einen Japaner mit perfektem Japanisch anredest, wird er sich vermutlich so erschrecken und vor Angst erstarren, dass er dich gar nicht richtig hört und dir aus Gewohnheit in einem ziemlich gebrochenen Englisch antwortet.

Dass du eigentlich viel besser Japanisch als Englisch sprichst, spielt dabei gar keine Rolle. Als Ausländer in Japan erwartet man von dir grundsätzlich immer, dass du perfektes Englisch sprichst. Nur Englisch. Ganz egal, wo du her kommst.

Blöd dabei ist nur, dass Japaner in der Regel fast gar kein Englisch sprechen und daher versuchen werden, das Gespräch mit dir zu meiden. Dreht sich ein Japaner also offensichtlich von dir weg, darfst du das Ganze nicht persönlich nehmen: Er hat keine Abneigung gegen dich, sondern nur Angst, Englisch sprechen zu müssen.

Das Resultat: Du kannst dir viele Fehler erlauben

Wenn du nun aber sogar recht gut Japanisch sprechen kannst, hast du sozusagen eine Freikarte für Fehler. Japaner werden erleichtert sein und sich sogar richtig freuen, wenn sie merken, dass sie mit dir auf Japanisch reden können. Als deutscher Ausländer in Japan bist du eine richtige Seltenheit – und eigentlich würde jeder gerne mal mit dir reden!

Hab also keine Angst davor, einen Geschäftsmann, den du in der Bahn kennenlernst, mal aus Versehen nicht in der Höflichkeitssprache anzureden. Dein Gesprächspartner wird superglücklich sein, überhaupt mit dir sprechen zu können – und verzeiht dir daher auch jeden Fehler, den du in der japanischen Sprache machst. Letzten Endes weiß er auch, wie schwierig es für dich gewesen sein muss, Japanisch zu lernen – und das respektiert er!

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Begrüßungen auf Japanisch

Begrüßungen

Begrüßungen auf Japanisch sehen teilweise komplett unterschiedlich aus als bei uns in Deutschland. Das ganz typische hallo findet in der japanischen Sprache viel seltener Anwendung als in europäischen Sprachen.

Hallo ist eines der ersten Wörter, welches man lernt, wenn man sich mit einer neuen Fremdsprache beschäftigt. Für gewöhnlich beginnt man schließlich immer mit einfachen Gesprächen und wie auch soll man seinen Gesprächspartner sonst begrüßen?

Auch das Wort konnichi wa (こんにちは) sollte vielen Japan-Freunden bekannt vorkommen. Der Begriff ist grundsätzlich auch nicht falsch und wird in der Praxis sehr wohl verwendet. Meistens jedoch greifen Japaner auf andere Ausdrücke zurück, die je nach Situation viel passender sind als das klassische konnichi wa. Welche Begrüßungen das sind, erfährst du in diesem Artikel.

Begrüßungen am Telefon

Telefonieren Japaner, benutzen sie stets dieselbe Begrüßung. Während man bei uns in Deutschland entweder mit seinem eigenen Namen ans Telefon geht oder den Anrufenden alternativ mit hallo oder guten Tag begrüßt, sagen Japaner nur eins: moshi moshi (もしもし).

Moshi moshi hat im Prinzip keine wirkliche Bedeutung und ist einfach nur eine Floskel, mit der man ans Telefon geht. Man signalisiert so, dass man den Anruf bemerkt hat und bereit für ein Gespräch ist. Seinen eigenen Namen oder den Grund für das Telefonat sagt man erst im Anschluss.

Wenn man seinen Gesprächspartner eine längere Zeit nicht gesehen hat

Eine der häufigsten Begrüßungen in der japanischen Sprache ist definitiv ohisashiburi (お久しぶり). Die Floskel bedeutet so viel wie lange nicht gesehen und wird sowohl bei formelleren Gesprächen als auch unter Freunden verwendet.

In der Praxis benutzt man die Floskel allerdings auch, wenn das letzte Treffen mit dem Gesprächspartner noch gar nicht so lange her ist. Auch wenn du deinen Freund, den du triffst, erst vor 5 Tagen in einem Restaurant getroffen hast, ist es durchaus angebracht, dass du ihn mit ohisashiburi begrüßt.

Kommt man dagegen nach einem langen Arbeitstag nach Hause, ruft man zunächst tadaima (ただいま) durch das ganze Haus, sodass auch wirklich jeder mitbekommt, dass man wieder zurück ist. Alle anderen Bewohner antworten darauf typischerweise mit okaeri (お帰り).

Begrüßungen unter Freunden oder Fremden

Begrüßung

Gerade junge Frauen und Mädchen begrüßen ihre Freunde oft mit einer winkenden Hand und der Floskel yahhō (ヤッホー). Dieses wirklich umgangssprachliche Wort bedeutet so viel wie huhu und sollte in formellen Situationen lieber nicht benutzt werden.

Treffen Japaner dagegen einen Fremden, stellen sie sich für gewöhnlich zunächst erst mal vor. Statt dem normalen konnichi wa begrüßen sie ihren Gesprächspartner dabei mit der Begrüßung hajimemashite (初めまして). Im Vergleich zu allen anderen Begrüßungen wird hajimemashite jedoch wirklich nur einmalig beim Kennenlernen verwendet. Trifft man jemanden ein zweites Mal, muss man auf eine der anderen Begrüßungsfloskeln zurückgreifen.

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